Ich und YouTube

Passt zwar nur bedingt in dieses Blog aber ich hab über Ostern mal die Apple Präsentations-Software Keynote® ausprobiert und mich gewagt, ein YouTube Video daraus zu machen.
Kinderleicht und cool 😉 Zwei Gerichte, die ich mal gekocht hab, und die mich restlos begeistert haben:




Und hey! Es hat ja auch mit Essen und Trinken was zu tun! Werde dieses Medium in Zukunft vielleicht öfter nutzen…

Die Farben für die Schriften wurde aus den Bildern mit http://kuler.adobe.com generiert, damit sie harmonieren, die Anordnung wurde nach simplen Designprinzipien gewählt, dass das Auge vom Zwischenraum zwischen dem Teller und seiner Reflexion auf den Text geleitet wird. Die Grafiken wurden im oberen linken und rechten Drittel des Ausschnittes platziert, weil dort zwei der sog. Kraftpunkte (Powerpoints…) eines Bildes liegen. Die Bilder wurden mit dem iPhone oder mit meiner Kamera geschossen und mit standard Mac Software (Vorschau-Programm) zugeschnitten. Ich muss noch an meiner Art des Vortragens arbeiten, aber iWorks unterstützt mich hierbei weitaus besser als PowerPoint® von Micro$oft ;-). Psychologische Grundprinzipien für die Wahrnehmung von Präsentationen habe ich aus:

Design und Vortragstipps aus:

Am Design kann man wohl noch arbeiten, ich lese gerade auch:

von Nancy Duarte. Duarte Design ist eine der wenigen Firmen, die einer Frau gehören und die u. a. Steve Jobs, Al Gore und neuerdings auch Microsoft beraten.

Hara hachi bu – Sushi selbst gemacht

Hara hachi bu ist eine Essphilosophie, die in Okinawa (Japan) ihre Wurzeln hat. Nun ja, es mag vielleicht weniger Philosophie als Essgewohnheit sein und wenn ich die Zeit dazu finde, werde ich selbstverständlich auch die Kanji für das Prinzip suchen ;-). Wortwörtlich übersetzt heisst das: Magen, 80%. Gemeint ist, dass man nur soviel essen soll, dass man sich 80% satt fühlt oder bis der Magen halt eben 80% gefüllt ist. Dazu gehört auch, dass man sich mindestens 20 Minuten Zeit gibt beim Essen, denn erst dann weiss unser Gehirn überhaupt, wie voll der Magen jetzt schon ist. Ich habe versucht, das Prinzip bei mir seit zwei Wochen anzuwenden – und siehe da: Minus 2 Kilo ;-).

Wieso diese lange Vorwort? Nun ja. Ich habe mich experimentierfreudigerweise der japanischen Küche zugewandt, habe schöne Teller, Stäbchen, Sojaschälchen und so gekauft und wollte veruchen, selber Sushi zu kochen. Natürlich mit Thunfisch, denn der rote Thunfisch wird ja wohl bald ausgefischt sein, weshalb ich möglichst viel davon zu essen kriegen möchte. Ich bin kein Japaner und deshalb war ich mir der Unverschämtheit meines Tuns nicht bewusst (ein Sushimeister braucht 7 Lehrjahre, weshalb es einfach unhöflich ist, das selber so mal schnell machen zu wollen… Ein grosses Sorry an alle Sushimeister dieser Welt). Das Resultat konnte sich nach dreimaligem Versuchen auch halbwegs sehen lassen. Nur: Der Reis muss kleben, das Noriblatt muss mit der glatten Seite nach aussen auf eine Sushimatte gelegt werden und der Reis sollte sodann mit einer kleinen Steigung im Mittelteil des Blattes aufgetragen werden, die Matte dient nur zum Andrücken und das Würzen des Reises geschieht mit etwas Reisessig, Zucker und Salz. Der Schwierigkeit der Aufgabe kann ich hier nicht wirklich Rechnung tragen und empfehle jedem, dies mal selber zu versuchen. Auf jeden Fall ist es eine Lehre, dass nur weil man gut Zwiebeln hacken, Gemüse in feine Brunoise schneiden und Hühnchen richtig zerteilen kann, man noch lange nicht ein guter Koch ist. いただきます!

Hara hachi bu

Entenbrust an Cassis-Sauce

Meine liebsten Kochbücher sind jene von Elfie Casty, einer über die schweizer Grenzen hinaus bekannten Selfmade-Köchin, die sich offenbar ihr breites Know-How selber angeeignet hat und dann auch mehrmals ausgezeichnet wurde. Das Problem bei den Rezepten ist – die Zeit und der Aufwand. Ja, es hat was Stilvolles, wenn im Kochbuch eben auch drinsteht, wie die Bouillon noch selber gemacht werden kann (Aufwand: ca. 6 Stunden, nein, früher hatte man keine Suppenwürfel). Man steht in der küche, kocht sirupartig ein und muss beim Caramelisieren aufpassen auf die Schaumkrönchen… Das übliche Glas Prosecco, das ich beim Kochen stets neben mir habe (oder auch Bier), wirkt sich schon mal negativ auf die Konzentration aus, die man für diese Art des Kochens aufbringen muss – aber das Resultat: Ja das rechtfertigt den Aufwand allemal. Es gibt keine andere Kochbuchautorin, bei der ich von jedem Rezept bisher restlos begeistert war! Gilt auch für Gemüse (ich mag Gemüse nicht besonders)! So auch beim Rezept für Entenbrust and Cassis-Sauce. Die Zutaten sind verhältnismässig einfach. Etwas Salz, Curry, Cayenne, Thymian, weisser Pfeffer, Johannisbeergelée, Crème de Cassis und natürlich die Entenbrust an sich. Die Sauce gestaltet sich sehr süss (dank dem Johannisbeergelée) und im ersten Augenblick war ich erstaunt und etwas erschrocken (hatte ich etwas falsch gemacht? Darf das so sein?). Und als dann noch der Doppelrahm (Crème Double. Alternativ kann man auch etwas Mascarpone mit Schlagsahne mischen – es muss eine dicke, löffelfeste Sahne sein – mit mindestens 45% Fettanteil… Man braucht Geschmacksverstärker…) dazukam, war ich mehr auf der Seite eines Johannisbeerbonbons angelangt. Mein Vertrauen wurde nachher allerdings belohnt: Die Sauce begleitet die gut gewürzte Entenbrust ganz hervorragend! An sich ein kräftiges Fleisch, braucht es eine gewisse Süsse, um das Ganze zu unterstützen. In jedem Fall ein Hochgenuss, der mich an diesem tristen letzten Jahrestag immer noch leise lächeln lässt. Herzlichen Dank, frau Casty!

Mère Catherine

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Schon zu meiner Studentenzeit (die ist einige Jahre her…) wurde dieses Lokal in einem Studi-Führer für Nicht-Zürcher Studenten als tolles, exklusives Restaurant gehandelt, etwa für das ganz spezielle Dinner mit der neuen Liebe. Dabei muss es nach meinem gestrigen Besuch allerdings auch leider bleiben; die Preise sind nicht unbedingt so, dass der normale Student sich das ohne Weiteres leisten könnte und sein Geld ist wahrscheinlich anderswo besser investiert. Die Atmosphäre ist durchaus heimelig, die Bedienung sehr höflich (dafür gibt’s den halben Stern mehr) und das Weinangebot – sagen wir – gut. Erstaunlicherweise sind die Preise für den Wein sehr moderat gehalten und man findet also einen passablen Tropfen unter 60 Franken.  Das Essen… Naja. Der Nüsslisalat war schön angerichtet, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen, was den Speck, die Croûtons oder gar die Sauce anging. Das anschliessende Perlhuhnbrüstchen war noch schön saftig, aber leider etwas zu fad und auch die dazugereichten Kartoffeln haben von der Salzmühle noch profitiert. Alles in Allem ist das Lokal (und die Bar Le Philosophe, die darin eingebaut ist) empfehlenswert, die neue Liebe würde ich allerdings eher woanders verwöhnen 😉 Aber wer gut und aufgeräumt essen möchte, der soll das Restaurant ruhigen Mutes betreten.

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