Entenbrust an Cassis-Sauce

Meine liebsten Kochbücher sind jene von Elfie Casty, einer über die schweizer Grenzen hinaus bekannten Selfmade-Köchin, die sich offenbar ihr breites Know-How selber angeeignet hat und dann auch mehrmals ausgezeichnet wurde. Das Problem bei den Rezepten ist – die Zeit und der Aufwand. Ja, es hat was Stilvolles, wenn im Kochbuch eben auch drinsteht, wie die Bouillon noch selber gemacht werden kann (Aufwand: ca. 6 Stunden, nein, früher hatte man keine Suppenwürfel). Man steht in der küche, kocht sirupartig ein und muss beim Caramelisieren aufpassen auf die Schaumkrönchen… Das übliche Glas Prosecco, das ich beim Kochen stets neben mir habe (oder auch Bier), wirkt sich schon mal negativ auf die Konzentration aus, die man für diese Art des Kochens aufbringen muss – aber das Resultat: Ja das rechtfertigt den Aufwand allemal. Es gibt keine andere Kochbuchautorin, bei der ich von jedem Rezept bisher restlos begeistert war! Gilt auch für Gemüse (ich mag Gemüse nicht besonders)! So auch beim Rezept für Entenbrust and Cassis-Sauce. Die Zutaten sind verhältnismässig einfach. Etwas Salz, Curry, Cayenne, Thymian, weisser Pfeffer, Johannisbeergelée, Crème de Cassis und natürlich die Entenbrust an sich. Die Sauce gestaltet sich sehr süss (dank dem Johannisbeergelée) und im ersten Augenblick war ich erstaunt und etwas erschrocken (hatte ich etwas falsch gemacht? Darf das so sein?). Und als dann noch der Doppelrahm (Crème Double. Alternativ kann man auch etwas Mascarpone mit Schlagsahne mischen – es muss eine dicke, löffelfeste Sahne sein – mit mindestens 45% Fettanteil… Man braucht Geschmacksverstärker…) dazukam, war ich mehr auf der Seite eines Johannisbeerbonbons angelangt. Mein Vertrauen wurde nachher allerdings belohnt: Die Sauce begleitet die gut gewürzte Entenbrust ganz hervorragend! An sich ein kräftiges Fleisch, braucht es eine gewisse Süsse, um das Ganze zu unterstützen. In jedem Fall ein Hochgenuss, der mich an diesem tristen letzten Jahrestag immer noch leise lächeln lässt. Herzlichen Dank, frau Casty!

Mère Catherine

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Schon zu meiner Studentenzeit (die ist einige Jahre her…) wurde dieses Lokal in einem Studi-Führer für Nicht-Zürcher Studenten als tolles, exklusives Restaurant gehandelt, etwa für das ganz spezielle Dinner mit der neuen Liebe. Dabei muss es nach meinem gestrigen Besuch allerdings auch leider bleiben; die Preise sind nicht unbedingt so, dass der normale Student sich das ohne Weiteres leisten könnte und sein Geld ist wahrscheinlich anderswo besser investiert. Die Atmosphäre ist durchaus heimelig, die Bedienung sehr höflich (dafür gibt’s den halben Stern mehr) und das Weinangebot – sagen wir – gut. Erstaunlicherweise sind die Preise für den Wein sehr moderat gehalten und man findet also einen passablen Tropfen unter 60 Franken.  Das Essen… Naja. Der Nüsslisalat war schön angerichtet, hat mich aber nicht vom Hocker gehauen, was den Speck, die Croûtons oder gar die Sauce anging. Das anschliessende Perlhuhnbrüstchen war noch schön saftig, aber leider etwas zu fad und auch die dazugereichten Kartoffeln haben von der Salzmühle noch profitiert. Alles in Allem ist das Lokal (und die Bar Le Philosophe, die darin eingebaut ist) empfehlenswert, die neue Liebe würde ich allerdings eher woanders verwöhnen 😉 Aber wer gut und aufgeräumt essen möchte, der soll das Restaurant ruhigen Mutes betreten.

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